Ernährung und Gesundheit kontrovers

Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

| Keine Kommentare

Allen Kunden, Lesern, Freunden und Fans, Kolleginnen und Auftraggebern, den Förderern und Forderern, aber auch den konstruktiven Kritikern wünsche ich schöne Weihnachtstage mit genug Zeit für sich und  freudiges Beisammensein mit Anderen, mit Freude am Schenken und Beschenktwerden. Möge die Jahreswende Gelegenheit bieten zum Kraftschöpfen, zum Zurück- und Nach-vorne-Blicken. Ich freue mich auf ein hoffentlich gesundes, fröhliches und kreatives 2014 miteinander und wünsche allen einen prickelnden Start in dieses neue Jahr!

Weil es so goldig und anrührend ist und mich gleichzeitig amüsiert, befremdet, freut und ärgert, noch diese kleine Info aus der Welt der Ernährungs-„Wissenschaft“ als eine Art Weihnachtsmärchen:

In einem Blog der amerikanischen Ernährungsgesellschaft (Amercian Society for Nutrition) schreibt ein Besucher über eine kürzlich abgehaltene ASN-Konferenz zu „kontroversen Themen“. Dort habe Prof. Ronald Krauss gesprochen, ein weltbekannter Arzt und Forscher in Sachen Fette und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor ein paar Jahren, 2008,  hatte ich übrigens das Vergnügen, ihn für „meinen“  arte-Film über Fett interviewen zu dürfen.  In Krauss´ Labor wurde seinerzeit herausgefunden, dass es kleine, dichte, schädliche und große, fluffige, unschädliche LDL-Partikel gibt.

Was war nun so rührend an dem Blogbeitrag? Nun, er beschreibt voll ernster und ehrlicher Verwunderung, dass Krauss dargelegt habe, dass das Cholesterin aus der Nahrung nur einen geringen und zudem variablen Effekt auf das Blutcholesterin habe.

Wow! Ich dachte immer, die Amerikaner seien uns weit voraus 😉

Weiter geht´s im Blog: Das sei nun aber wichtig für die Ernährungspolitik, denn immerhin wisse man das ja seit 1955 (sic!), empfehle den Menschen jedoch bis heute (2013!), maximal 300 mg Cholesterin täglich zu essen.

Ist doch niedlich, oder?

Zudem habe Krauss berichtet, dass gesättigte Fettsäuren nicht nur das LDL-Cholesterin, sondern, wie unser Blogger findet „überraschenderweise“ auch das HDL-Cholesterin erhöhen.

Puuh, wie schön!!

Zudem sei bislang nicht überzeugend belegt worden, dass weniger gesättigte Fettsäuren im Essen das Risiko für Herzkrankheiten senkten. Krauss habe herausgefunden (vor vielen Jahren natürlich schon), dass es vor allem die Kohlenhydrate sind, die die LDL-Partikel kleiner und dichter und damit atherogener machen. Gesättigte Fette erhöhen dagegen eher die großen, fluffigen LDLs. In dem Maße wie der Kohlenhydratverzehr in den letzten Jahren gestiegen und der Verzehr gesättigter Fettsäuren gesunken sein (beratungsbedingt!!), kämen die kleinen, dichten LDLs heute viel häufiger vor.
Ach was? hätte vermutlich Loriot gesagt.

Den nächsten Satz muss ich zitieren, so nett ist der formuliert: „Das würde bedeuten, dass die Kohlenhydrate – nicht die gesättigten Fette – im Essen den größeren Beitrag zur Entstehung von Herzkrankheiten leisten.“ Ob die DGE und die Krankenkassenverbände das auch schon wissen? Vielleicht sollte ich nochmals  auf mein Buch „Mehr Fett!“ aufmerksam machen, das all das ausführlich und unterhaltsam beschreibt …

Krauss habe, so der Blog weiter,  seinen „kontroversen“ (unfassbar, was soll daran kontrovers sein?) Vortrag mit dem Statement beendet: dass „LDL wichtig sei, doch Empfehlungen zu den gesättigten Fettan zu geben, sei wirklich keine gute Wissenschaft“.

Na das ist doch wirklich ein schönes Weihnachtsgeschenk!

In diesem Sinne, nochmals frohe Feiertage!

Autor: Ulrike Gonder

Diplom Oecotrophologin, Freie Wissenschaftsjournalistin, neugierig, kritisch, undogmatisch

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.