Ernährung und Gesundheit kontrovers

Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

23. Oktober 2018
von Ulrike Gonder
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Ketogene Ernährung wird gesellschaftsfähig

Der Keto-Kompass mit neuem Cover, ab 27.12.2018 im Handel, vorbestellbar ab sofort. Zur Leseprobe: einfach auf das Cover klicken.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Als sehr stark kohlenhydratreduzierte, fettbetonte Diät galt die ketogene Ernährung bis vor kurzem noch als gefährlich, abstrus oder weit hergeholt. Doch das ändert sich gerade: Die ketogene Ernährung wird gesellschaftsfähig, und zwar in atemberaubendem Tempo. Weiterlesen →

19. August 2018
von Ulrike Gonder
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Kokosnüsse sind gefährlich …

… wenn sie einem von der Palme herunter auf den Kopf fallen. Auf die Palme bringt einem hingegen die eine oder andere Falschmeldung über Kokosnüsse bzw. Kokosöl, das leckere Fett der Kokosnuss, die gerade wieder kursieren. Die gute Nachricht: Es gibt nichts Neues und schon gar nichts Beunruhigendes über Kokosnüsse oder Kokosöl. Alle Fakten, die als „Gegenargumente“ herhalten müssen, sind ebendies: uralte Fakten, alte Hüte, alter Wein in neuen Schläuchen – und keinesfalls Belege für irgendeine wie auch immer geartete „Giftigkeit“ wie kürzlich behauptet.

Wer sich für Facts zum Thema Kokosnüsse und Kokosöl interessiert, braucht auf dieser meiner Seite im Suchfeld nur Kokosöl eingeben. Dann wird man fündig, z. B. hier: Fettgeschmack und Kokosöl-Karriere oder hier: Kokosöl – mal wieder in der Kritik oder hier: Kokosöl: Kritik an der Kritik

Nachtrag 1: Mein Kokosslam auf Facebook zu diesem Thema hat inzwischen die sagenhafte Zahl von mehr als 135.000 Klicks erreicht. Danke allen, die ihn geteilt haben, auch jenen mehr als 3.000 Menschen, die ihn auf YouTube angeschaut und die dort geteilt haben.

Nachtrag 2: Das unsägliche Vortragsvideo (Auslöser der ganzen Debatte) ist inzwischen von der Uni Freiburg aus dem Netz genommen worden. Die Begründung ist zwar fadenscheinig, aber nun ist es wenigstens entfernt.

22. Februar 2018
von Ulrike Gonder
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My First Nutrition Slam

Am Samstag, den 17.2.2018 durfte ich mit meinem ersten „Nutrition Slam“ den 2. Deutschsprachigen LCHF-Kongress in Düsseldorf eröffnen. Es war ein unfassbar schönes Erlebnis für mich: erst alles mucksmäuschenstill, dann ein toller Applaus.

Vielen lieben Dank an alle: ihr wart mir ein tolles Publikum! Danke für die schönen Feedbacks, den Support der Kolleginnen und Kollegen und natürlich an Iris Jansen und Margret Ache von LCHF-Deutschland, die mir die Bühne bereiteten!

Hier ist der Slam zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=yzpWcMdGT0Q

Und dann durfte ich gleich noch einmal in die „Bütt“ und den ersten Vortrag halten über das Thema meines aktuellen Buches. Titel: Futter fürs Hirn!

 

16. Januar 2018
von Ulrike Gonder
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Mäuse mit Prostatakrebs: Sollen Patienten jetzt fettarm essen?

Fett im Zwielicht: fettarme Kost? Fettreiche Kost? Ketogene Ernährung? Lesetipp: Mehr Fett!

Der Online-Dienst Wissenschaft aktuell berichtet heute über einen spannenden Mäuseversuch. Er zeigt offenbar (habe das Original noch nicht gelesen), dass eine durch eine doppelte Genmutation hervorgerufene Steigerung der Fettbildung in Prostatatumoren deren Ausbreitung fördert. Am Ende dieser Meldung weist der Autor richtig darauf hin, dass ein „Gentest auf mutierte PTEN- und PML-Gene … Patienten identifizieren“ könnte, „die ein erhöhtes Metastaserisiko haben.“ Den nächsten Satz hätte er sich meiner Meinung nach jedoch sparen können, nein müssen, denn der wird durch die Mäusestudie ja gar nicht belegt: Weiterlesen →

24. Dezember 2017
von Ulrike Gonder
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Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Ich wünsche für das Weihnachtsfest und für das neue Jahr einen stets guten Appetit, die rechte Würze und ein feines Öl! Möge kein „Light-Menü“ oder eine andere Abstrusität die Festivitäten trüben. Möge die Freude über ein gutes Mahl mit anderen Menschen das bestimmende Gefühl sein, verbunden mit Dankbarkeit für das Genug-Haben und das Auswählen-Dürfen. Möge dies die Sinne schärfen für das Wichtige, das Verbindende und das, was unbedingt zu tun, zu verbessern und revolutionieren ist.

13. November 2017
von Ulrike Gonder
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Fasten, Ketose, Antiangiogenese: mit Ernährung Krebs bekämpfen

Ende September durfte ich an einer besonderen Tagung in Paris teilnehmen. Sie brachte erstmals Krebsexperten, Patienten und Wissenschaftler aus den Gebieten Antiangiogenese, Fasten und ketogene Ernährung an einen Tisch. Meine Zusammenfassung der Tagung sowie mein Interview mit dem Piloten Jean-Jacques Trochon, der die Konferenz initiierte, erschienen letzten Donnerstag in der Saarbrücker Zeitung: SZ-20171110-BWOH_7-S15-ParsJJ

25. Oktober 2017
von Ulrike Gonder
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Fettgeschmack und Kokosöl-Karriere

In der Saarbrücker Zeitung sind zwei neue Artikel von mir erschienen: Der kleinere Beitrag beschäftigt sich mit dem Auf und Ab in der Beliebtheit des Kokosöls. Der größere behandelt den köstlichen Geschmack fetthaltiger Speisen und den Fettgeschmack Oleogustus – und das sind durchaus zwei verschiedene Dinge. Denn Fett lässt die Speisen besser schmecken, es war aber bis vor kurzem gar nicht klar, ob wir den Geschmack von Fetten oder Fettsäuren per Rezeptor im Mund überhaupt wahrnehmen können. Außerdem schmecken einzelne Fettsäuren eher kratzig als lecker …. Fettgeschmack-SZ-20171020-BWOH_7-S15

29. September 2017
von Ulrike Gonder
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Krebspatienten: Ist die Warnung vor Keto-Diäten gerechtfertigt?

Gestern war auf der Internetseite der Süddeutschen zu lesen, Ärzte würden Krebspatienten vor Keto-Diäten warnen. Ausgangspunkt dürfte eine Stellungnahme von Erickson et al. in der aktuellen Ernährungs Umschau, dem Fachblatt der deutschen Ernährungsfachkräfte, gewesen sein. Diese setzt sich äußerst kritisch mit dem Thema ketogene Diäten bei Krebserkrankungen auseinander. Das ist prinzipiell auch zu befürworten, denn eine ketogene Ernährung stellt eine deutliche Abweichung von üblichen Ernährungsmustern dar. Vor allem bei Krebspatienten ist es wichtig, dass sie diese nicht in Eigenregie durchführen, weil es dann zu Fehlern und zu einer unerwünschten Gewichtsabnahme kommen kann. Zudem müssen die Patienten darüber aufgeklärt werden, dass sich Tumore nicht aushungern lassen und dass eine Ernährungsumstellung immer eine supportive Maßnahme darstellt und keine Wunder zu erwarten sind. Darin und in der Forderung nach mehr Humanstudien über ketogene Ernährungsformen und einer besseren Beratung der Patienten, stimme ich mit den Autoren der vorgenannten Publikationen völlig überein.

Was ich allerdings überhaupt nicht verstehen kann ist, dass die ketogene Ernährung mit dubiosen Krebsdiäten in einen Topf geworfen wird, dass ihre Auswirkungen teilweise falsch dargestellt und ihre potenziellen Nebenwirkungen maßlos übertrieben werden. Mit Aussagen wie, es käme nach initialer Verlangsamung des Krebswachstums zu einem beschleunigten Tumorzellwachstum macht man den Menschen nur Angst. Belegt ist dies  nicht. Auch stimmt es nicht, dass eine ketogene Diät das Wachstum von Tumorzellen nur dann verlangsamt, wenn es zeitgleich zu einer Gewichtsabnahme kommt.

Ärgerlich ist, dass sowohl die Ernährungs Umschau als auch die Süddeutsche die Ausführungen der Gruppe um Erickson völlig unkritisch bzw. unkommentiert übernehmen. Zu einem längeren Artikel dieser Gruppe, der kürzlich hin der Zeitschrift Clinical Oncology erschienen ist, wurden immerhin drei kritische Leserbriefe publiziert (Klement et al., Gonder, Toth et al.), die u. a. eine Neubewertung der Erickson-Arbeit fordern und deren Ausführungen für irreführend hielten.

Falsch ist zudem, wie in der Süddeutschen beschrieben, dass bei ketogenen Kostformen generell nur 20 g Kohlenhydrate täglich erlaubt seien, dass man unter ketogener Kost sein Gewicht kaum halten könne und dass alle Patienten unter einer ketogenen Diät „leiden“ würden, weil sie die Nahrungsauswahl und das Sozialleben zu sehr einschränke.

Wie die Erfahrung vieler Anwender zeigt, kann eine ketogene Ernährung sehr wohl gut schmecken, gut bekömmlich sein und nicht zu unerwünschten Gewichtsverlusten führen. Dazu muss sie aber sorgfältig geplant und durchgeführt werden, wozu es in dieser Kostform versierte Ernährungsfachkräfte bräuchte. Am Ende des Artikels in der Süddeutschen bemängelt Frau Dr. Hübner von der Uni Jena, dass es in Deutschland leider an flächendeckenden Angeboten wissenschaftlich fundierter Ernährungsberatung fehle. Dazu muss m. E. aber auch gesagt werden, dass sie dazu selbst beiträgt, indem sie durchaus vielversprechende Ansätze wie eine ketogene bzw. deutlich kohlenhydratreduzierte Ernährung durch ihre pauschalierenden Stellungnahmen regelrecht boykottiert.

Am Ende stehen die Patienten im Regen, denen man so sicher nicht zu eine guten Begleitung und Beratung verhilft.