Ernährung und Gesundheit kontrovers

Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

Gesättigte Fette: weg vom Nährstoff, hin zum Lebensmittel

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Butterstück mit Rasierklinge

Lebensmittel, die reich an gesättigten Fettsäuren sind, wurden lange zu Unrecht diskriminiert

Lebensmittel, die reich an gesättigten Fettsäuren sind, wie Milchfett oder Kokosöl, werden aus diesem Grund oft als ungesund eingestuft. Sie sollen das „böse“ LDL-Cholesterin erhöhen und auf diesem Weg zu Herz- und Gefäßkrankheiten wie Arteriosklerose und Infarkt führen. Belastbare Belege gibt es dafür nicht. Dennoch halten viele Fachgesellschaften, so auch die deutsche Ernährungsgesellschaft, an einer Obergrenze für gesättigte Fettsäuren in Ihren Ernährungsempfehlungen für die Allgemeinheit fest. Jetzt kommt endlich Bewegungen den festgefahrenen Streit um die gesundheitliche Bewertung dieser Fettbausteine, endlich werden die gesättigten Fette weiter rehabilitiert: Ein wissenschaftliches Symposium brachte kürzlich renommierte Forscher zusammen, um die gesättigten Fettsäuren bzw. die Lebensmittel, die sie enthalten,  differenzierter zu betrachten. Die Schlüsse, die daraus gezogen wurden (Astrup, A et al., JACC in press), lassen aufhorchen. Sie sollten meines Erachtens auch in Deutschland Anlass zur Überarbeitung der Ernährungsempfehlungen geben.

Besser gesunde Lebensmittel empfehlen

Von den Wissenschaftlern wird eine andere Herangehensweise als bisher als realitätsnäher und zielführender angesehen: Hieß es bislang pauschal, man möge die gesättigten Fettsäuren reduzieren, um sein Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten zu senken, so müssten die Fette im Kontext der jeweiligen Lebensmittel, mit denen sie verzehrt werden, gesehen werden. Diese Lebensmittel, wie z. B. rotes Fleisch, dunkle Schokolade und vollfette Milchprodukte, enthalten nicht nur diverse gesättigte Fettsäuren, sondern auch viele andere Nähr- und Wirkstoffe, die das Erkrankungsrisiko nicht steigern oder sogar helfen, es zu senken. Daher sollen künftig die Obergrenzen für die Zufuhr gesättigter Fettsäuren entfallen und Lebensmittel-basierte Empfehlungen zur Erzielung gesunder Essmuster in der Bevölkerung ausgesprochen werden.

Hinweis in eigener Sache

Wer mehr über die Hintergründe zu gesunden Fetten erfahren möchte, dem empfehle ich meine Bücher „Fett!“, „Mehr Fett!“ und „Positives über Fette und Öle“ sowie den aktuellen online-Kurs „Fettes Wissen„, den ich für die LCHF Deutschland Akademie entwickelt habe.

Autor: Ulrike Gonder

Diplom Oecotrophologin, Freie Wissenschaftsjournalistin, neugierig, kritisch, undogmatisch

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