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Vitamin D für alle!

Bildquelle: pixabay

Eine mangelhafte Versorgung mit Vitamin D ist häufig, vor allem im Winter. Sie geht mit einem erhöhten Risiko für Infektionskrankheiten, auch COVID-19 einher sowie mit schwereren Verläufen. Auch as Risiko, an COVID-19 zu sterben, ist bei einer mangelhaften Versorgung mit Vitamin D erhöht. Doch darüber wird die Öffentlichkeit kaum informiert, was ich zum wiederholten Mal bemängeln möchte!

Statt die Menschen aufzufordern, ihren Vitamin-D-Spiegel testen zu lassen und bei Bedarf zu supplementieren, wurde erst einmal vor zu hohen Spiegeln gewarnt. Erst im Dezember 2020 wies die DGE auf den möglichen Nutzen ausreichender Vitamin-D-Spiegel bzw. einer Supplementierung hin. Und das, obwohl Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass 56 % der erwachsenen Bevölkerung deutlich zu niedrige Werte aufweisen. Noch schlechter ist die Versorgung bei älteren Menschen im Winter. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Menschen übergewichtig oder dunkelhäutig sind und daher höhere Zufuhren benötigen, um eine gute Versorgung zu erreichen.

Um endlich etwas Bewegung in die Sache zu bringen, verfasste kürzlich eine Gruppe von weit mehr als 100 Wissenschaftlern und Ärzten einen offenen Brief an alle Regierungen der Welt, um sie u.a. aufzufordern,

  • zu empfehlen, dass die Menschen 25-OH-D-Spiegel von mindestens 30 ng/ml (75 mmol/l) erreichen sollten, die Untergrenze für ein verringertes COVID-19-Risiko.
  • entsprechende Supplementierungen zu empfehlen.
  • bei allen hospitalisierten COVID-19-Patienten die Vitamin-D-Spiegel zu messen und sie mit Vitamin D zu behandeln oder doch wenigstens niedrige Spiegel anzuheben.

Zur Begründung führen sie an, dass die wissenschaftliche Evidenz inzwischen ausreichend sei, um folgendes festzuhalten (Quellen im obigen Link):

  • Höhere Vitamin-D-Blutspiegel gehen mit verringerten SARS-CoV-2-Infektionsraten einher.
  • Höhere Vitamin-D-Blutspiegel gehen mit einem verminderten Risiko schwerer Verläufe einher (Hospitalisierungen, Intensivstation, Tod).
  • Eine Behandlung mit Vitamin D kann sehr effektiv sein.
  • Die bisherige Datenlage deutet darauf hin, dass der Einfluss des Vitamin D auf COVID-19 wahrscheinlich ursächlich ist und keine bloße Korrelation.

Zudem sei Vitamin D in weiten Bereichen sicher (bis 4.000 IE, Kontraindikationen und Ausnahmen beachten!), preiswert und (in niedriger Dosierung) auch ohne Rezept verfügbar!

Eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung, so die Unterzeichner des offenen Briefes aus aller Welt, sei der am einfachsten und schnellsten zu modifizierende Risikofaktor für COVID-19, dessen Behebung mit hoher Wahrscheinlichkeit einen großen Effekt haben würde. Sie fordern die Regierungen auf, sofort zu handeln.

Ulrike Gonder

Diplom Oecotrophologin, Freie Wissenschaftsjournalistin, neugierig, kritisch, undogmatisch

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